56. SWDGU-Jahrestagung

Ein besonderes Highlight verspricht die 56. SWDGU-Jahrestagung außerdem mit ihrer Industrieausstellung und den sie begleitenden Workshops. Nicht zuletzt die spezifischen Anforderungen der Urologie im Bereich Praxismanagement und Abrechnung werden hier gezielt aufgegriffen.

Immer ein guter Tipp sind dabei die Tagungsseminare der PVS. Zusätzlich zum schon traditionellen GOÄ-Abrech-nungsseminar für Urologen von Gerda Wittschier wird dabei in diesem Jahr auch das hochaktuelle Thema „Praxisabgabe, Praxisübernahme, Praxisgründung“ behandelt (Freitag, 8. Mai, 14.15 Uhr – 15.45 Uhr). Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht, Jan P. Schabbeck, beschäftigt sich hier intensiv mit den Fragen, was der richtige Weg aus der Anstellung zur eigenen Praxis ist und was es zu beachten gilt, wenn ein Nachfolger gesucht wird.

 

Praxisübernahme, Praxisabgabe, Praxisgründung

Die eigene Praxis. Was ist der richtige Weg aus der Anstellung zur eigenen Praxis? Sich in eine Praxis „einzukaufen“? Neu gründen? Und was ist zu beachten, wenn ein Nachfolger gesucht wird?

Oft besteht keine andere Wahl als die Übernahme, da regelmäßig für Gründer eine Zulassung wirtschaftliche Voraussetzung ist und nur wenige nicht gesperrte Bezirke zur Verfügung stehen. Diese Situation ist im Wandel, einerseits durch den Ärztemangel, anderseits durch jur. Optionen. In wie weit die Standorte, die so zu erhalten sind, wirtschaftlich geführt werden können oder wie steinig der jur. Weg ist, ist allerdings eine andere Frage.

Aber nicht nur Einnahmen spielen eine Rolle. Auch der organisatorische Background einer Praxis ist wesentlich. Neben der Tätigkeit als Arzt kommen auf den Selbstständigen eine Vielzahl anderer Dinge zu: Mitarbeiter, Räume, Arbeitsabläufe, EDV, Buchhaltung usw. Diese Strukturen zu übernehmen kann Vorteile mit sich bringen und den Start erleichtern auf der anderen Seite werden mit der Übernahme solcher Strukturen häufig „alte Zöpfe“ übernommen, welche später die Entwicklung der Praxis hemmen können.

Selbst die Übernahme einer Arztpraxis ist keine Garantie dafür, dass Patienten und Mitarbeiter treu bleiben. Hier bietet sich an eine Kontinuität dadurch zu schaffen, dass für einen Zeitraum die Praxis gemeinsam betrieben wird. Nach außen wird so das Gepräge der alten Praxis fortgeführt und ein „sanfter Start“ in die Selbstständigkeit ermöglicht. Dies setzt voraus, dass zwischen dem Praxisübernehmer und dem Praxisübergeber eine Zusammenarbeit möglich ist. Dies bedeutet, dass die Praxis einerseits ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellen muss um für zwei Ärzte einen Arbeitsplatz zu stellen und daneben der Praxisübergeber in der Lage ist, einen „Neuen“ neben sich zuzulassen.

Zulassungsrechtlich gibt es hier durch die Liberalisierung der letzten Jahre Möglichkeiten gemeinsam tätig zu sein. Dabei bleibt aber die finanzielle Problematik, dass das Honorar ohne zweite Zulassung nicht wesentlich wächst. Es bieten sich aber auch Chancen, indem die freie Zeit für die Entwicklung der Praxis und/oder auch für Nebenerwerbsmöglichkeiten eingesetzt wird (z.B. AOP im Krankenhaus, was ggf. beides kombiniert). Wichtig bei dieser Konstellation ist, dass der Ausstieg des übergebenden Arztes klar geregelt wird.

Wesentliches Kriterium bei der Entscheidung Neugründung oder Übernahme, respektive der Frage, ob ein Nachfolger zu finden ist, ist schließlich der Preis. Kernpunkt der Preisfindung ist in der Regel der „Praxisgoodwill“. Dieser wird höher sein, je mehr sichergestellt werden kann, dass auch in Zukunft ein guter Gewinn erwirtschaftet werden kann. Je mehr der Praxisübergeber sich also für die Sicherung der Arztpraxis einsetzt, desto höher wird der Gegenwert der Praxis letztlich sein. Besteht auf der anderen Seite die Möglichkeit der Selbstgründung einer Praxis, so ist der Preis für eine Praxis dann nicht mehr angemessen, wenn die Neugründung, unter Hinnahme aller wirtschaftlich dargestellten Risiken, teurer und weniger aufwendig ist als die Übernahme der Praxis.

Scheitert die Neugründung aus bedarfsrechtlicher Sicht, so bleibt die Prüfung ob nicht auf juristischem Wege weitere Zulassungen zu erzwingen sind und die tatsächliche Frage, ob nicht ein anderer Ort für die selbstständige Tätigkeit genauso in Betracht kommt oder aber, ob es nicht noch bei der angestellten Tätigkeit verbleiben soll.

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Medizinrecht
Jan P. Schabbeck
Ludwigsstr. 73
67059 Ludwigshafen
Tel: 0621-571811
E-Mail: schabbeck@ra-vsz.de

 

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