Wissenschaftliches Gutachten stellt klar: Einheitliche Gebührenordnung ist ein Irrweg - PVS Verband sieht sich bestätigt

Berlin (PVS Verband), 30. Januar 2018 – Bundesärztekammer und PKV Verband haben heute ein
wissenschaftliches Gutachten zu der von der SPD in den Koalitionsverhandlungen geforderten
Einführung einer einheitlichen Gebührenordnung für ärztliche Leistungen vorgelegt. Führende
Juristen und Ökonomen weisen in der Studie „Einheitliche Vergütung im dualen
Krankenversicherungssystem?“ nach, dass eine solche Gebührenordnung ein
verfassungsrechtliches Unding wäre und gerade kein geeignetes Mittel ist, um die intendierten
Ziele zu erreichen. Die Zeche zahlen müssten vielmehr die Versicherten und Patienten.

„Uns muss klar sein, dass Pate einer einheitlichen Gebührenordnung der heute in der
gesetzlichen Krankenversicherung geltende EBM sein würde“, erläutert Stefan Tilgner,
Geschäftsführendes Mitglied im Vorstand des PVS Verbandes. Würde diese Systematik auch in
der privaten Krankenversicherung gelten, gingen allein in der ambulanten medizinischen
Versorgung mehr als sechs Milliarden Euro pro Jahr an Honoraren verloren. Die Folgen wären
fatal. Die Qualität der medizinischen Versorgung würde notgedrungen sinken, Fachpersonal
entlassen, mit Praxisaufgaben muss gerechnet werden. Würden diese Honorarverluste
kompensiert, zahlten die gesetzlich Versicherten mit höheren Beiträge die Zeche – ohne dass
das System seinen Webfehler – die Budgetierung – verlöre.

Das Gutachten weist darauf hin, dass in diesem Szenario schnell ein neuer Markt für
„Premiumpatienten“ entstehen wird – die „Zwei-Klassen-Medizin“ also nicht abgebaut würde,
sondern einen zusätzlichen Katalysator bekäme. „Das Gutachten kommt gerade rechtzeitig,
um die Politik davor zu bewahren, einen Irrweg einzuschlagen“, fasst Tilgner zusammen.
„Komplexe Probleme verlangen anspruchsvolle Lösungen, keine Stammtischweisheiten“, so
seine Kritik. „Wollen wir langfristig die Qualität der medizinischen Versorgung in unserem Land
auf dem heutigen, hohen Niveau halten können, müssen wir vielmehr die Versicherten und
Patienten stärker als heute in das Versorgungsgeschehen einbinden und vor allem Transparenz
auch in den Kosten schaffen. Das geht nur mit einer Gebührenordnung, nicht mit einem
Honorarverteilungsmechanismus wie dem EBM.“

Hier finden Sie das Memorandum als Kurzfassung.

Hier finden Sie das Memorandum als komplette Version.


Der PVS Verband vertritt als Dachorganisation von bundesweit 11 Privatärztlichen
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Honorarmanagement im Auftrag ihrer Mitglieder übernehmen, die berufspolitischen
Interessen von mehr als 25.000 niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten und leitenden
Krankenhausärzten.

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